Für Ärzte – Telomere und gestörte Telomerasefunktion

Telomeropathien werden durch extrem kurze Telomere hervorgerufen. Wenn es im Rahmen der Telomerverkürzung zu extrem kurzen Telomeren führt, können sich Zellen nicht mehr effektiv teilen, was zu genetischer Instabilität führen kann. Angeborene Mutationen in den Genen, zuständig für die Aufrechterhaltung oder den Zugang zu den Telomeren oder die Aktivität des Telomerasekomplexes, verhindern eine korrekte Enzymaktivität der Telomerase und verursachen vorzeitig verkürzte Telomere.

Die Flow-FISH Untersuchung von Repeat DX hat sich als ein wertvoller Screeningtest für angeborere, telomerassoziierte Erkrankungen erwiesen. Die Bedeutung der Technik wird durch mehrere aktuelle, im „peer-review“ bewertete Publikationen untermauert. Mittels Flow-FISH basierter Telomerlängenmessung können Individuen mit unterschiedlicher Ausprägung der angeborenen, gestörten Telomerasefunktion erkannt werden und es ist möglich, Träger von Mutationen in den Telomerasegenen sowie in telomerbindenden Genen von gesunden Individuen zu unterscheiden. Weitere Informationen über Repeat DX und unserer Flow-FISH Technik finden sie unter FAQ.

Angeborene Erkranken, bei welchen die Telomeraktivität als diagnostischer Marker verwendet wird sind Knochenmarksversagenssyndrome („bone marrow failure syndromes“), Dyskeratosis Congenita, Immundefekte, Lungenfibrosen und kardiovaskuläre Erkrankungen.

Dyskeratosis Congenita

Für die klinische Diagnosestellung einer Dyskeratosis Congenita ist die Sensitivität und Spezifität der Flow-FISH Technik zur Telomerlängenbestimmung unerlässlich. Telomeropathien (angeborene genetische Veranlagungen) verursachen eine kurze (low, L) oder sehr kurze (very low, VL) Telomerlänge in den verschiedenen Subpopulationen der Leukozyten bei Vorliegen spezifischer Symptome und/oder einer Familienanamnese. Bisher existieren keine Referenzwerte für zusätzliche Erkrankungen. Verschiedene Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen wissenschaftlichen und medizinischen Fachrichtungen weisen dennoch auf Anwendungen hin (obwohl keine formellen Referenzwerte etabliert sind)

Ein Leitfaden für die Diagnose und die Handhabung von Dyskeratosis Congenita und Telomeropathien von Drs. Sharon A. Savage and Elizabeth F.Cook finden sie auf der DC Outreach Webseite.

Screening von Stammzellpendern

Bisherige Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass sich die Telomerlänge unmittelbar nach einer Stammzelltransplantation rasch verkürzt. Diese Daten weisen darauf hin, dass es unerlässlich ist, Spender mit einer gesunden Telomerbiologie zu finden, welche der biologischen Größenordnung des Empfängers entspricht. Es zeigt sich, dass eine Stammzelltransplantation von älteren Spendern mit telomerassoziierten Erkrankungen in jüngere Patienten eine rasche, vorzeitige Telomerverkürzung zur Folge haben kann, resultierend in einer zellulären Seneszenz und Ausbildung einer aplastischen Anämie (Knochenmarksversagenssyndrom).

Lungenfibrosen

Lungenfibrosen stehen auf molekularer Ebene mit einer gestörten Telomeraufrechterhaltung („telomere maintenance“) in Verbindung. Zusätzliche
Studien haben gezeigt, dass eine sehr kurze Telomerlänge ein unabhängiger Risikofaktor bei Patienten mit Lungenfibrosen ist, welcher mit einem geringeren Überleben einhergeht.

Gründe für eine Telomerlängenbestimmung sind:

  • Diagnostik für Patienten und Familien mit idiopathischen Lungenfibrosen
  • Assoziation des Überlebens ohne Transplantation mit der Telomerlänge
  • Hilfe bei der Vorhersage des Krankheitsverlaufs
  • Risikobewertung der Lungentransplantation
  • Geringere Kosten der Telomerlängenbestimmung als eine entsprechende genetische Testung und Lungenfunktionstests.

Andere

Für Patienten, welche ihre Telomerlänge als Biomarker im Rahmen von einer möglichen Überwachung einer Krankheit oder familiären Dispositionen erfahren möchten, bietet RepeatDx – unter ärztlicher Überwachung – eine Telomerlängenbestimmung an.
Aufgrund gesetzlicher Regulatoren kann RepeatDx keine direkte Patiententestung durchführen. Vor einer Messung der Blutprobe muss das Anforderungsformular von einem approbierten Arzt gelesen und ausgefüllt werden.
Behandlungen, welche zur Optimierung der Telomerbiologie entwickelt sind, werden von RepeatDx nicht empfohlen oder befürwortet.

Für Patienten – Telomere und angeborene Erkrankungen

Alle Chromosomen haben schützende Strukturen an Ihren Enden, die Telomere. Diese Enden verkürzen sich normalerweise mit dem Alter. Bei manchen Menschen ist die Telomerlänge extrem kurz oder der Verkürzungsprozess tritt vorzeitig ein (manchmal kann beides vorkommen). Eine Telomerlängenbestimmung ist ein Bluttest, welcher die Telomerlänge in den Blutzellen bestimmt, um mit dieser Information bei gewissen Zeichen oder Symptomen, die auf eine Erkrankung in der Telomerbiologie hinweisen, eine Diagnose zu bestätigen.

Die Flow-FISH Untersuchung von Repeat DX hat sich als ein wertvoller Screeningtest für angeborere, telomerassoziierte Erkrankungen erwiesen.

Angeborene Erkranken, bei welchen die Telomeraktivität als diagnostischer Marker verwendet wird sind Knochenmarksversagenssyndrome („bone marrow failure syndromes“), Dyskeratosis Congenita, aplastische Anämie, akute myeloische Leukämien, Immundefekte und Lungenfibrosen. Diese Erkrankungen können durch unbekannte Stressfaktoren oder genetische Veränderungen,
zuständig für die Aufrechterhaltung oder den Zugang zu den Telomeren oder die Aktivität des Telomerasekomplexes, vorzeitig verkürzte Telomere verursachen.

Andere Gebiete, wo die Telomerlänge von Interesse sein kann, sind chronisch lymphatische Leukämien und kardiovaskuläre Erkrankungen.

Patienten und deren Familien finden mehr Informationen über telomerassoziierte Erkrankungen auf der Dyskeratosis Outreach Webseite.